Beiträge mit Tag ‘Buchtipp’

Dave Eggers: Der Circle

Der Circle, Dave Eggers
Das Buch gruselt mich von der ersten Seite an. Es ist kein Thriller und es geht auch nicht um Mord und Totschlag - sondern darum, wie eine junge Frau in einer neuen Firma - dem „Circle“ - startet. Die innovative Social Media Firma ist geschätzt und bietet ihren Mitarbeiten alles, was man sich (alp)träumen kann. Für die Hauptfigur Mae erfüllt sich mit dem ersten Arbeitstag ihr größter Wunsch. Endlich ist sie ein Teil von etwas ganz bedeutendem. Von Anfang an wird sie in das neue Leben hinein gesaugt und dabei völlig auf- und ausgesaugt. Sie ist umgeben von Bildschirmen, auf denen sie die Kundenanfragen meistern muss und die Feeds ihrer Vorgesetzten und Mitarbeiter ständig auf dem Schirm hat. Ja sogar ihr Privatleben muss sie auf Facebook, Zing und weiteren Social Media Kanälen ständig preisgeben, denn das gehört zur Unternehmenskultur.... weiter

Achtsamkeit

Achtsamkeit
Mein neues Jahr möchte ich mit Achtsamkeit beginnen. Neben all den Definitionen des Wortes  bedeutet es für mich, aufmerksam zu sein - mir und meinen Bedürfnissen sowie anderen Menschen gegenüber. Ich möchte den gegenwärtigen Moment bewusst und aufmerksam wahrnehmen und mich im Hier und Jetzt bewegen. Die Augen offen halten und nicht durch den Tag hetzen. Idealerweise schaffe ich es dabei auch noch, Menschen und Situationen nicht zu werten, sondern einfach zu betrachten. „Achtsamkeit“ ist mir zum ersten Mal beim Yoga begegnet. So ist es nicht verwunderlich, dass meine beiden Yoga Lehrerinnen - Karin Furtmeier und Nadja Wetter - ein Buch mit dem Titel „Achtsamkeit - bewusste Momente Leben“ geschrieben haben, das sich genau mit diesem Thema beschäftigt und dabei hilft, aufmerksamer durchs Leben zu gleiten. Mehr Infos zum Buch gibt es hier:  

Buchtipp: Ich will so werden wie ich bin

Ich will so werden wie ich bin
Mal ganz ehrlich -  wen spricht dieser Buchtitel nicht an? Wie oft haben wir das Gefühl, dass uns unser Job auffrisst? Dass wir nicht zu den Dingen kommen, die wir eigentlich gerne tun würden? Dass wir die Erwartungen anderer Menschen erfüllen, anstatt unser eigenes Leben zu führen? Das Buch von Volker Kitz und Manuel Tusch verspricht, die eigenen Missstände aufzudecken, Hilfe beim Abstreifen der Zwänge mit dem Ziel, die eigenen Bedürfnisse wieder besser wahrnehmen zu können und das eigene Leben leben zu können.

Interessanterweise bin ich über einen Freund auf dieses Buch gestoßen, der sich im Job gerade kaputt arbeitet und zu nichts weiter Zeit hat. Dieses Gefühl begleitete mich seit einigen Monaten ebenfalls. Folglich musste das Buch her. Die Autoren sind beide studierte Psychologen, arbeiten seit Jahren mit Menschen und helfen Ihnen über Coaching, ihren eigenen Weg zu finden. Diese praxisnahen Erfahrungen sind es auch, die das Buch so greifbar machen.

Teil 1 - „Die Hamsterrad Verschwörung“ zeigt die verrückten Zwangserkrankungen unser Gesellschaft nach dem „wenn - dann“ Prinzip. Wenn ich mit dem Studium fertig bin, dann fängt mein Leben an. Mit dem „wenn - dann“ Prinzip treiben wir uns durch das ganze Leben, ohne je ankommen zu können. Wir bürden uns den endlosen Leistungszwang auf, glorifizieren den absurden Stresszwang, bauen den Perfektionszwang in alle Bereiche unseres Lebens ein und glauben, uns immer und überall selbst verwirklichen zu müssen. Das Buch erzählt keine Geheimnisse. Vieles wusste ich selbst bereits. Offensichtlich ist es mir bisher noch nicht gelungen, mich aus dem Hamsterrad zu befreien und so tut es dazwischen immer mal wieder Not, sich dessen zumindest bewusst zu sein. Denn nur so lässt sich verändern, was man nicht mehr mag.

Der zweite Teil des Buches hilft genau dazu - aus dem Hamsterrad zu entkommen. Sich seiner selbst und seiner Bedürfnisse bewusst zu werden und Mut zur Langsamkeit zu haben. Praktisch orientiert ist jedes Kapitel mit Denkanstössen und Übungen untermalt, die uns dabei helfen sollen, die eigenen Wünsche heraus zu finden. Idealerweise lässt man sich auf die Übungen ein und führt die Gedanken selbst aus. Ratet mal, was ich gemacht habe? Weiter gelesen mit dem Vorsatz, diese Aufgaben selbst zur rechten Zeit anzugehen. Bis heute schien die rechte Zeit noch nicht gekommen zu sein. Aber macht nichts. Das Buch hat mich trotzdem ein ganzes Stücken weiter in die richtige Richtung gebracht.

Sieben Sprünge vom Rande der Welt

Ulrike Draessner

„Sieben Sprünge vom Rande der Welt“ von Ulrike Draesner ist ein sperriges Buch. Verkantet, verhakt, verwirrend, verschrieben befasst es sich auf sprachlich beindruckende Weise mit der Vertreibung der Sudetendeutschen nach dem zweiten Weltkrieg. Es bleibt aber nicht bei dieser Generation hängen, sondern beginnt mit den Kindern der Vertriebenen-Generation, dem Verhältnis zu ihren Eltern und der emotional belastenden Situation der Nachkömmlinge, denen es scheinbar an nichts mangelt. In Rückblenden, die nicht klassisch eingebettet sind, sondern in die Geschichte einfließen, kann sich die Leserin einzelne Bausteine der dargestellten Menschen zusammen setzen. Genauso bruchstückhaft wie das Gedächtnis und die emotionale Verfassung der Hauptdarsteller, stolpert die Handlung voran. Ungewöhnlich und bereichernd ist die Darstellung der Geschichte aus der Perspektive der jeweiligen Hauptpersonen. So lassen sich die Auswirkungen dieser Tragödie vor rund 70 Jahren über die Generation der Mütter und Väter, der Tochter und der Enkelin spüren.
Ich habe das Buch im Vorfeld meiner Tschechien Reise gelesen und hoffte, dadurch ein Stück der Geschichte der Böhmen, Mähren und Schlesier zu erfahren, die von heute auf morgen ihr Land und ihre Heimat verlassen mussten. Ich musste mich durch das Buch kämpfen und habe mich an vielen Stellen in der Geschichte verloren gefühlt. Trotz der Lese-Anstrengung ein beeindruckendes Buch. Noch erstaunlicher ist die Recherche-Arbeit und die sprachliche Auseinandersetzung der Autorin mit diesem schwierigen Thema, das in Deutschland in meiner Generation gar nicht so bekannt ist.

Informationen zum Inhalt des Buches und der Autorin gibt es hier:

Über Hermine

„Hermine Will Mehr“ ist ein entspannter Lifestyle-Blog aus München. Die Bloggerin Hermine schreibt über Menschen, Mode, Inspirationen, DIY, Produkte, Beauty, Bücher, Dekoration, Ideen, Erlebnisse, Reisen, Natur und alles was mehr Stil, mehr Qualität sowie mehr Herzblut hat. Vieles, worüber sie schreibt, ist in und um München. Aber nicht nur. Hermine greift auch gerne Themen auf, die sie in ganz Deutschland, oder bei ihren Reisen findet. Sie lädt uns dazu ein, die Augen auf zu machen und mehr zu entdecken.