Über diesen Blog: Warum Fehler immer gut sind.

Glücksschwein | gefunden bei Karusa, München

Was mit einem technischen Fehler begann, brachte Hermine vom Lifestyle-Potpoury zur Reise.

Im Oktober 2013 ging der Erste Beitrag auf meinem Blog online. Die nächsten Jahre steckte ich Geld und vor allem viel Zeit und Herzblut in meinen Blog. Viele Sonntage oder Abende verbrachte ich im Wohnzimmer beim Schreiben, Fotografieren, Denken, Hochladen, Basteln, neu Ausrichten, Relaunchen und Suchen. Im Februar 2017 der Schock: ein Großteil von Hermine war im Netz verpufft. Sie war technisch und inhaltlich auf dem Stand von Januar 2015. Alle anderen Beiträge waren verloren.

Lavendel | vom eigenen Balkon

Ich starrte auf meinen Computer. Gelähmt und entsetzt. All die Arbeit der vergangenen Jahre war umsonst. Durch einen technischen Fehler waren alle Beiträge ab Januar 2015 verloren. Hermine war auf dem Stand eines Teenagers. Selbst der Relaunch mit neuen Kategorien und Look hatte nicht mehr überlebt.
Zum Aufregen hatte ich gar keine Zeit, weil ich im Job von einer Messe zur nächsten hetzte. Also nahm ich es zunächst hin. Bis ich den Raum hatte, wieder klar zu denken.

Kümmerte es überhaupt jemanden außer mir, dass Hermine nicht mehr existierte? Ist es nicht ein Bestandteil des Internets, dass Dinge vermeintlich für immer im Netz, aber eben doch nicht greifbar sind? Wollte ich Hermine überhaupt noch weiter führen? Sollte ich mich einfach komplett von ihr verabschieden, oder die alten Inhalte mühsam wieder einpflegen? Oder war es eine Chance, mit Hermine einen ganz neuen Weg zu gehen?

Fashion | gesehen bei Herzenswünsche, München

Mein Blog begann aus Neugier zunächst aus einer Mode-Laune heraus. Nach meinen ersten „Shootings“ war mir ganz schnell klar, dass ich nicht die Hauptperson meines Blog sein wollte. Also konnte es kein klassischer Mode-Blog werden. Ich wollte Labels, Läden und Leute vorstellen, die noch nicht groß und bekannt waren aber mit Leidenschaft, Freundlichkeit und Herzblut arbeiteten. Ich ging mit offenen Augen durch meine eigene Stadt und entdeckte Neues. Ich nähte, strickte und testete erstmals Rezepte. Ich entdeckte kleine Restaurants und neue Weine. Ich schnupperte mich durch meine Welt auf der Suche nach neuen Düften. Ich suchte Deos ohne Aluminium und beschäftigte mich mit Naturkosmetik. Ich wanderte von Gipfel zu Gipfel und reiste durch die Welt. Und all das fand seinen Niederschlag auf Hermine.

Ostfriedhof | München

Dann starb mein Mann. Und meine Welt brach zusammen. Mein Körper, mein Geist, mein Herz und mein Handeln gerieten völlig aus den Fugen. Meine Welt erarbeitete sich bis heute neue Wertigkeiten. Manchen Ereignissen, die mich vor ein paar Jahren noch zur Weißglut gebracht hätten, schenke ich kein müdes Lächeln mehr. Andere lassen mich bis heute nicht mehr los.

Warum sich also darüber aufregen, wenn ein Blog nicht mehr existiert? Viel mehr hinterfragte ich die vielen Sonntags-Stunden, die ich gestresst vor meinem Computer saß, um meinen tippenden Fingern zwei neue Blog Beiträge für die Woche abzugewinnen. Hätte ich die Zeit nicht lieber mit meinem Mann verbringen sollen?

Tempel | Myanmar

Und hier sitze ich. Im Bett. An einem Sonntag. Mit dem Laptop auf dem Schoß, Den Kaffee neben mir. Während ich zu Computer bringe, warum aus der Lifestyle Hermine die Reise Hermine geworden ist. Und warum ich es trotzdem nicht bereue, dass meine Finger so oft auf den Tasten tanzen. Heute mit einem anderes Rhythmus als vor zwei, drei Jahren. Denn wäre es nicht schrecklich, hätte ich aus all den letzten Jahren nichts gelernt?

Warum aus der Lifestyle Hermine die Reise Hermine wurde, erzähle ich Euch demnächst.

2 Kommentare

  1. Barbara
    8. September 2017 / 23:21

    Hallo Termine, so eine bewegende Geschichte. Meine Beileid. Mach bitte weiter.
    Ganz liebe Grüße von Barbara

    • 19. September 2017 / 10:00

      Danke Dir Barbara. 🙂 Danke für die Aufmunterung. Dann mache ich mal weiter. Herzliche Grüße, Hermine

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